Infektionsschutz muss Priorität haben

Als Arbeitgeber nehmen wir unsere Pflichten den Mitarbeitenden gegenüber ernst.

Mitarbeiterfürsorge ist eine dieser Pflichten.

Aus diesem Grunde ging der untenstehende Brief heute per Mail und per Post raus.

 

Infektionsschutz muss Priorität haben

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Laschet,

sehr geehrter Herr Minister Dr. Stamp,

sehr geehrte Mitglieder des Landtages Nordrhein-Westfalen,

 

hören Sie auf, leichtfertig mit den gesundheitlichen Interessen aller Mitarbeitenden im Erziehungswesen umzugehen!

Jede pädagogische Fachkraft, jede Leitung und jeder Träger weiß um die Nöte der Familien, die den Spagat zwischen Betreuung der Kinder und dem eigenen Job schaffen müssen. Wir sind nah dran an den Familien! Unsere Aufgabe als Pädagog*innen ist unter anderem familienunterstützend tätig zu sein. Dem kommen wir umfänglich nach. Mit unserem Einsatz unterstützen wir, trotz der schweren Umstände, die Wirtschaft und sorgen dafür, dass wichtige Strukturen aufrecht gehalten werden können. Dafür zeigen wir alle ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.

 

Es mangelt an klaren Vorgaben der Politik

Sehr strikte und klare Vorgaben regulieren seit Beginn der Corona-Pandemie in allen Bereichen unser Leben. Lediglich für die Betreuung in Kindertagesstätten bleibt seit den Herbstferien 2020 eine klare Vorgabe der Politik aus!

Um der einst wirtschaftspolitisch motivierten Aussage, die Betreuung in den Kindertagesstätten bliebe für alle Eltern jederzeit möglich, weiterhin treu zu bleiben, entschied das NRW-Ministerium für den Kitabereich keinerlei Einschränkungen festzulegen. Anstatt klare Rahmenbedingungen, wie in anderen Wirtschaftsbereichen, zu vermitteln, senden Sie die Botschaft „die Kindertageseinrichtungen bleiben grundsätzlich geöffnet und die Eltern entscheiden eigenverantwortlich“, verbunden mit einem, bereits im letzten Jahr oftmals wirkungslosen Appell an die Eltern, man solle die Kinder nach Möglichkeit zu Hause betreuen und somit die Kontakte vermeiden. Doch die Realität sieht anders aus. In unseren Einrichtungen lässt sich inzwischen eine hohe Auslastung der regelmäßig genutzten Kitaplätze von bis zu 90% erkennen; Tendenz steigend. Ihre Kommunikation und die der Medien, Kindertagesstätten in NRW seien geschlossen, stößt bei Mitarbeitenden auf Unverständnis.

Indem Sie politisch für die Kindertagesstätten keine klare Entscheidung treffen, übertrugen Sie diese nahezu unlösbare Aufgabe an die jeweiligen Einrichtungen. Viele Eltern aber auch Kitas fühlen sich hierbei von der Politik allein gelassen und orientierungslos. Diese Divergenz führt für viele zu großen Irritationen. Insbesondere vermittelt die uneingeschränkte Öffnung der Kindertagesstätten eine Leichtigkeit im Umgang mit der Ansteckungsgefahr, sodass die ansonsten einschränkenden politischen Vorgaben massiv an Glaubhaftigkeit verloren haben.

 

Wer kümmert sich um unsere Belange?

Täglich arbeiten alle Mitarbeitenden auf engem Raum mit einer meist großen Kinderzahl. Dabei fällt der Schutz der Mitarbeiter eher sehr dürftig aus.

  • Ein Mindestabstand ist nicht zu gewährleisten
  • Für den Einsatz vulnerable Personen im Personal fehlen klare Handlungsempfehlungen/-vorgaben seitens der Politik

 

Aus der Sicht der Kita-Mitarbeitenden

Aktuell geltende Kontaktbeschränkungen reduzieren die Kontaktpersonen im privaten Umfeld auf eine weitere Person über den eigenen Hausstand hinaus. Mitarbeitende in Kindertagesstätten erhalten das Gefühl, die notwendige Betreuung des Kindes in der Einrichtung nicht einmal in Frage stellen zu dürfen.

In der Kita wird der Entwicklungsfortschritt der Kinder stärker als die Gesundheit der Mitarbeitenden gewertet und der Verzicht auf das Tragen von Masken zu Gunsten der Wahrnehmbarkeit von Mimik proklamiert. Der Verzicht auf Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln wird hingegen als Ordnungswidrigkeit geahndet. Ladengeschäfte von mehreren tausend Quadratmetern müssen zwecks Eindämmung der Pandemie schließen, Kitas, deren Flächen wenige hundert Quadratmeter betragen, wird der nahezu ungeschützte Umgang mit durchschnittlich 10-15 Kinder pro Gruppe, deren Eltern und Mitarbeitenden auferlegt. 

Bitte haben Sie Verständnis dafür, wenngleich manch ein Vergleich ein wenig hinkt, die Akzeptanz für getroffene Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemieausbreitung sinkt. Denn wir haben durch unsere tägliche Arbeit Angst um unsere Gesundheit – und die unserer Familien.

 

Was wir dringend brauchen!

Wir arbeiten täglich ohne jedwede Einschränkungen des Betreuungszulaufes und mit äußerst reduziertem Schutz auf wenige Zentimeter Entfernung mit und am Kind. Daher brauchen wir:

  • Eine dauerhafte tragfähige Plattform zur Kommunikation zwischen Trägern der Kindertageseinrichtungen und Politik
  • Konsens zwischen Leistungsfähigkeit der Kitas und effektiv nötigen Betreuungsplätzen
  • Faire Gewichtung für die Gesundheit der Mitarbeitenden in Kindertagesstätten trotz wirtschaftlicher Interessen
  • Klare Richtlinie bzw. Vorgaben an Familien seitens der Politik, welche sich am aktuellen Geschehen in den Kitas orientiert
  • Langfristige Beibehaltung einer stringenten und nachvollziehbaren Strategie
  • Eingrenzung des Betreuungsangebotes (Anzahl Tage/ Anzahl Stunden) auf nachweislich Familien mit Betreuungsbedarf, um die Gruppenstärken zu reduzieren
  • Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen für Erzieherinnen/ Erzieher und somit auch für die Familien
  • drastische Reduzierung der Gruppengrößen
  • finanzielle Unterstützung bei mehrmaligen Schnelltests/ Woche
  • deutlich mehr finanzielle Unterstützung bei Hygiene- und Schutzmaterial,
  • regelmäßige PCR Tests
  • Möglichkeit zur schnellen Impfung
  • Klare Vorgaben und Unterstützung zur Risikominimierung vulnerabler Mitarbeiter
  • detaillierter und zeitnaher Informationsfluss an Träger der Kindertagesbetreuung mit zeitlichem Vorlauf vor Presseerklärungen seitens der Landes- und Bundesregierung

 

Wir nutzen mit diesem Schreiben den Weg in die Öffentlichkeit, da uns eine Plattform fehlt, mit Ihnen in Kontakt zu treten. Wir brauchen dringend eine dauerhafte, verlässliche Kommunikationsebene mit Ihnen als Entscheidern, um die Sachlage an der Basis zu evaluieren und anschließend verständliche, transparente und konsequente Handlungsweisen davon abzuleiten. Dies findet aktuell nicht statt.

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Laschet, sehr geehrter Herr Minister Dr. Stamp, sehr geehrte Mitglieder des Landtages Nordrhein-Westfalens, es wird Zeit zu handeln!

Jetzt haben Sie die Chance die geleistete Arbeit aller Mitarbeitenden in Kindertagesstätten mit Taten anzuerkennen und zum Schutze dieser in ihrem Arbeitsalltag hinzuwirken. Lassen Sie uns gemeinsam die Betreuung unserer Jüngsten in der Gesellschaft für die Kinder, die Eltern, aber nun endlich auch für die Mitarbeitenden vor Ort in gesundheitlich vertretbare Bahnen lenken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Lebenshilfe im Rhein-Erft-Kreis e.V.

 

Sebastian Stöcker                                                                                          Horst Baxpehler

Geschäftsbereichsleitung Kindertagesstätten                                   Vorstandsvorsitzender

 

die Einrichtungsleitungen mit Teams:

Annette Gilles                                                                                                  Gabriele Maletz

Kita Kierdorfer Ströpp                                                                                 Kita Brühler & Schwadorfer Ströpp

 

Sascha Anhold                                                                                                 Franz Wehling

Kita Hürther Ströpp                                                                                      heilp. Kita Käthe Kraemer

 

sowie der Betriebsrat:

Denis Mannebach

Betriebsratvorsitzender

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