21.03. Welt Down-Syndrom-Tag

 

Neue Kampagne: #12:21 Down ist in – nicht out!

 

Liebe Leserinnen und Leser,

mit vorgeburtlichen Bluttests können Frauen zu Beginn der Schwangerschaft feststellen, ob ihr Kind voraussichtlich das Down-Syndrom hat. Diese Tests sind jedoch problematisch: Zunächst sind die Ergebnisse nicht so verlässlich wie sie erscheinen; die Auswertung der wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesen Bluttests durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zum Beispiel ergeben, dass etwa jeder fünfte Test falsch positiv ist. Das bedeutet: Bei 18 % der Schwangeren mit positivem Testergebnis hat das Kind gar kein Down-Syndrom.

Für uns als Selbsthilfe- und Elternverband ist jedoch ein anderer Punkt besonders wichtig: Mit den neuen Methoden vorgeburtlicher Untersuchungen geraten Eltern von Kindern mit Behinderung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck, und bei Menschen mit Behinderung verstärkt sich die Angst, in dieser Gesellschaft nicht gewollt zu sein.

Auf Antrag von 100 Abgeordneten, darunter unsere Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, Bundesministerin a. D., wird auch der Deutsche Bundestag über die gesellschaftlichen und ethischen Folgen der Bluttests in einer Orientierungsdebatte diskutieren, bevor der Gemeinsame Bundesausschuss darüber entscheidet, ob und unter welchen Bedingungen diese vorgeburtlichen Untersuchungen von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden.

Um die Sichtweise von Menschen mit Down-Syndrom und ihren Familien einzubringen, starten wir eine Kampagne: #12:21 Down ist in – nicht out!

Hier finden Sie alle Informationen zu den Aktionen – und die brandaktuelle Petition von Natalie Dedreux, die mit Down-Syndrom lebt.

Machen Sie mit und sprechen Sie mit Ihren Abgeordneten vor Ort! Machen Sie mit und versammeln sich am Tag der Orientierungsdebatte auf dem Marktplatz Ihrer Stadt, um ein Zeichen zu setzen! Machen Sie mit und unterzeichnen Sie die Petition!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust
Bundesgeschäftsführerin

Bildquelle: „Lebenshilfe/David Maurer“